Was ist eine PAV?

Als private Arbeitsvermittlung (PAV) wird die unternehmerisch gewerbsmäßige Besetzung offener Stellen durch bestimmte Privatunternehmen bezeichnet. Ziel ist es, Unternehmen und Arbeitsuchende zu einem Vertragsabschluss für ein Beschäftigungsverhältnis zusammenzuführen. Im allgemeinen arbeiten private Arbeitsvermittler fast ausschließlich mit arbeitslos gemeldeten Jobsuchenden über den Aktivierung,- und Vermittlungsgutschein und bieten Ihre Dienste somit arbeitslosen Arbeitnehmern an.

WER

Seit 2002 fördert die Bundesagentur für Arbeit (BA) die private Arbeitsvermittlung (PAV) als Ergänzung zur öffentlich-rechtlichen Vermittlung durch Ausgabe eines Vermittlungsgutschein (VGS) bzw. seit 2012 nun Aktivierungs,- Vermittlungsgutscheines (AVGS) an Arbeitslose. Um so eine zuvor arbeitslose Person aus dem sozialen Leistungsbezug wie Arbeitslosengeld I oder Arbeitslosengeld II (Hartz N) in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis zu führen.

Die Erlaubnispflicht wurde im Jahre 2002 für die private Arbeitsvermittlung in Deutschland aufgehoben und ein sogenannter Vermittlungsgutschein für Arbeitslose eingefunden. Seit dem EuGH-Urteil vom 11 Januar 2007 ist auch eine Vermittlung in das europäische Ausland innerhalb der EU mit dem Vermittlungsgutschein möglich. Einige wenige aber komplizierte gesetzliche Regelungen, bestimmen in den § 292, §§ 296 bis 298 des SGB III 2 B. die Notwendigkeit eines Vermittlungsvertrages sowie das Verbot der Entgegennahme einer Vergütung bei Ausbildungsvermittlungen vom Bewerber, ebenfalls die Datenschutzrechtliche Behandlung von Bewerber-Daten. Einzelheiten zur Durchführung des Vermittlungsgutschein-Verfahrens werden in der Geschäftsanweisung zum Aktivierungs und Vermittlungsgutscheines (GA-AVGS) geregelt Die GA-AVGS wurde von der Bundesagentur für Arbeit in den Jahren seit 2002 mehrfach aktualisiert.

Ein private Arbeitsvermittlung, welcher mit dem Aktivierungs,- und Vermittlungsgutschein arbeitet, muss zum Zeitpunkt der Vermittlung eine AZAV-Zertifizierung und eine entsprechende Gewerbeanmeldung nachweisen können. Liegt diese vor, kann der Private Arbeitsvermittler nach einer erfolgreichen Vermittlung dem Erfolgshonorar oder alternativ eine Vergütung infolge der Einlösung eines Vermittlungsgutscheins (AVGS) beanspruchen Die Auszahlung der 1. und 2. Rate des AVGS nach einer Vermittlung setzt die Erfüllung von Bedingungen voraus.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) übernimmt hierbei die Kontrollfunktion für die Einhaltung der Vorschriften. Die BA selbst hat in Zusammenarbeit mit dem Bundes Ministerium für Arbeit und Soziales festgelegt, dass eine Beantragung der Auszahlung der 1. Rate 6 Wochen nach Abschluss des Arbeitsvertrages keine Kosten für den Haushalt der BA / Steuerzahler verursacht, da der Betrag bis dahin durch die Beendigung des Leistungsbezuges bereits eingespart wurde. Die 2. Auszahlung kann die private Arbeitsvermittlung nach 6 Monaten nachgewiesener Beschäftigung beantragen.

Die private Arbeitsvermittlung (PAV) ist also nicht mit der Zeitarbeit, erfolgsorientierten Personalvermittlern oder Headhunter zu vergleichen und muss sich zudem ab 01.01.2013 als Träger zertifiziert ausweisen.

Quelle: http://www.aktivierungs-vermittlungsgutschein.de